Orbán blockiert Sanktionen gegen Patriarch Kirill

Ein regierungsfreundlicher Kolumnist kritisiert die EU für deren Pläne, Sanktionen gegen das Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche vorzuschlagen.

Ein konservativer Kritiker hingegen wirft der Regierung vor, Putins Regime in ein zu gutes Licht zu rücken.

Laut mehreren Medienberichten hat die Europäische Union das geistliche Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche aus dem sechsten Sanktionspaket gegen Russland herausgenommen, um ein drohendes Veto zu vermeiden. Der Vizepräsident der Europäischen Kommission, Fans Timmermans, warf Ministerpräsident Orbán vor, „keine Solidarität“ mit der EU zu zeigen, und forderte die Europäische Union auf, „Stärke unter Beweis zu stellen“ und „Orbáns Spielereien zu beenden“.

Tamás Pilhál von Magyar Nemzet wertet den Ausschluss von Patriarch Kirill von den Sanktionen als einen weiteren Erfolg für Ministerpräsident Orbán – und eine Ohrfeige für die EU. Der regierungsnahe Kolumnist findet es absurd, dass die EU ein Reiseverbot und ein Einfrieren von Vermögenswerten gegen das Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche verhängen wollte. Pilhál behauptet, der Vorschlag sei Teil einer Reihe verrückter Vorschläge der EU. Zu diesen gehörten auch die Erleichterung der Einwanderung, die rücksichtslose Förderung grüner Energie, die Unterrichtung von Kindergartenkindern in Geschlechterfragen und der Plan, russische Gaslieferungen zu unterbindet. Pilhál vermutet, dass die EU gegen ihre eigenen Interessen handele, um die geopolitischen und wirtschaftlichen Ziele der USA zu fördern. Abschließend stellt Pilhál fest, dass Orbán die EU nicht ganz allein vor sich selbst retten könne.

András Stumpf bezeichnet es auf Válasz Online als traurig, dass der ungarische Ministerpräsident einen ehemaligen KGB-Agenten und strategischen Verbündeten des russischen Präsidenten Putin verteidigt habe. Der in letzter Zeit zunehmend regierungskritische konservative Publizist weist das Argument der Regierung zurück, dass sie mit der Verteidigung von Patriarch Kirill die Religionsfreiheit unterstütze. Stumpf behauptet, dass Patriarch Kirill dank seines Netzwerks als ehemaliger KGB-Agent während des Kommunismus ein Vermögen angehäuft habe.

Auch die EU habe einen Fehler gemacht, als sie vor Ministerpräsident Orbán eingeknickt sei. Stumpf wirft ihr vor, sich an der Beschönigung eines einflussreichen Kriegstreibers und damit des Putin-Regimes zu beteiligen.

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