Juncker: Keine informellen Verhandlungen mit Großbritannien

JunckerNach dem informellen Treffen der 27 EU-Staaten ohne das Vereinigte Königreich hat Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker bekräftigt, dass Großbritannien keinen Binnenmarkt „à la carte“ für sich beanspruchen könne.
Weiterlesen

Advertisements

Mord an Labour-Politikerin Jo Cox: Zeuge widerspricht offizieller Medien-Version

FL-GrossbritannienEin Zeuge des Mordes will den angeblichen Ausruf des Täters, „Britain first“, gar nicht gehört haben!

Gestern wurde die 41jährige Labour-Abgeordnete Jo Cox in ihrem Heimatort Birstall auf offener Straße erschossen. Angeblich sei sie in den Streit zweier Männer eingeschritten. Daraufhin habe einer der Streiter sie ebenfalls attackiert und auf sie geschossen. Schwer verletzt wurde Miss Cox ins krankenhaus gebracht, wo sie schließlich starb.

Dass Miss Cox eine Brexit-Gegnerin war, wird zwar nicht direkt in Verbindung mit den Mord gebracht, ist aber unterschwellig in zahlreichen Stellungnahmen und Medienberichten präsent. Auch stoppte man nach ihrem Tod sofort den Brexit-Wahlkampf.

Der 52jährige Täter soll nach Aussagen seiner Familie unter schwerer psychischer Erkrankung leiden. Sein Bruder erklärte gegenüber dem Daily Telegraph: „Mein Bruder ist nicht gewalttätig, und er ist nicht besonders politisch.“ (1)

Er habe wegen seinem langen psychischen Leiden auch ärztliche Hilfe beansprucht.
Dennoch sollen zwei Zeugen gehört haben, dass der Täter laut „Britain First“ gerufen habe. Das ist der Name einer anti-islamischen pro-Brexit- Partei, die sich seit ihrer Gründung 2011 als „Bewahrer der christlichen, britischen Werte“ versteht.

Inzwischen aber postete die „Britain First“-Partei auf ihrer Website ein Video, in dem ein Zeuge des Mordes abstreitet, den Ausruf „Britain First“ je gehört zu haben! (2)

Wurde der Mord mithilfe eines fiktiven, unterstellten Ausrufs politisch instrumentalisiert?
Der Ehemann der Verstorbenen, mit dem sie zwei Kinder hatte, schrieb in einem Nachruf: „Jo glaubte an eine bessere Welt und sie kämpfte dafür jeden Tag mit einer Energie und einer Lust am Leben, die die meisten Leute erschöpfen würden.

Sie würde jetzt zwei Dinge vor allen anderen wollen: Dass unsere kostbaren Kinder mit Liebe überschüttet werden. Und zweitens dass wir alle gemeinsam gegen den Hass kämpfen, der sie getötet hat. Hass kennt keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist Gift. Jo hat nie etwas in ihrem Leben bedauert, sie lebte jeden Tag ganz.“ (3)

Der scheußliche Mord an Jo Cox erinnert leider an den Kölner Wahlkampf um das Amt des Bürgermeisters im Oktober 2015. Dort wurde die Kandidatin, die ebenfalls sozialdemokratische Henriette Reker, von dem Arbeitslosen Frank S. niedergestochen, der damit eine Islamisierung Deutschlands verhindern wollte. Eine perfekte Analogie zum britischen Attentäter, den der Ausruf „Britain First“ ebenfalls mit Islam-Kritik in Verbindung brachte.

Frau Reke gewann nach dem Attentat die Wahl zur Bürgermeisterin. Im Falle von Jo Cox wird der Brexit-Wahlkampf, bei dem die Befürworter statistisch bereits Vorsprung hatten, erst mal eingestellt.
Der Reke-Attentäter Frank S. steht in Verdacht, für den Verfassungsschutz zu arbeiten. Ein Indiz dafür ist die Einstufung seiner Akte als „geheim“.

Das brachte damals die Frage hervor: War der Anschlag auf Frau Reke eventuell geplant, um einen Stimmungsumschwung im Land zu provozieren? Falls ja, könnte der Mord an Frau Cox einen ähnlichen Effekt erzielen?
Es wird sich vielleicht noch zeigen, ob der 52jährige Attentäter auf Miss Cox in irgendwelche politischen Strukturen verwickelt war oder nicht. Aber eins ist klar: Selbst wenn das Attentat und sein Zeitpunkt zufällig gewesen sind – die Regierung wird es für ihre Zwecke nutzen. Allen Beileidsbekundungen zum Trotz.

von V. Berger